WeTravel — Der Film Hobbit

Der Hobbit wurde in Neuseeland an 157 Orten gedreht. Aber der Hauptschauplatz heißt Alexander Farm und befindet sich in der Nähe der Stadt Matamata.

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500 Hektar faszinierender Hügellandschaft mit Teichen, herrlichen Aussichten und dreißigtausend Schafen, abgeschnitten von der Welt. Das war der richtige Ort, den sich Peter Jackson bereits im Jahr 2000  für die Dreharbeiten zur Trilogie Der Herr der Ringe ausgesucht hatte. Fast ein Jahr waren damals die Kulissen gebaut worden, es wurden Gemüse, Obst und Blumen in Riesengröße angebaut, die dort bis heute zu sehen sind. „Essen Sie nichts, kosten Sie nicht einmal“, bittet uns unsere freundliche Führerin, „all das wuchs hier nur mit chemischem Dünger.“ Für die eigentlichen Dreharbeiten musste in der Umgebung für drei Monate eine Unterkunft für 400 am Film Beteiligte besorgt werden, und auf der Wiese in Zelten auch ihre tägliche Verpflegung (immer zwei Gänge). Aber der Film hatte Erfolg – sein Budget betrug 700 Millionen Dollar, letztendlich kostete er 900 Millionen – dann brachte der Film Der Herr der Ringe aber unglaubliche 4,4 Milliarden Dollar ein. Nach den Dreharbeiten sollten alle Kulissen beseitigt werden, ein starker Hurrikan unterbrach aber die Demolierungsarbeiten. Zum Glück.

Als Peter Jackson im Herbst 2011 den Film Der Hobbit drehte, reichte es, die Kulissen etwas aufzufrischen und neues Riesengemüse zu pflanzen – zum Beispiel Kohlrabi groß wie ein Menschenkopf. Es stand nur weniger Geld zur Verfügung, dafür mehr am Film Beteiligte – 650!  Interessant waren die Bedingungen im Versicherungsvertrag. Unbefugten war nicht nur der Zutritt zur Farm streng verboten, sondern auch ein Überfliegen des Drehorts. Eine Verletzung konnte auch mit einem Entzug der Fluglizenz bestraft werden. So war das einzige, was durch die Luft flog, der Hubschrauber von Peter Jackson – dem Regisseur, Produzenten und Drehbuchautor in einer Person. Während der gesamten Dreharbeiten wohnte er mit seiner Familie in Treetops Lodge bei Rotorua, von wo er jeden „zur Arbeit“ flog.

Erinnern Sie sich an den großen dichtbelaubten Baum über dem Haus des Haupthelden Bilbo? Da sich die Handlung des Films Hobbit vor dem Herrn der Ringe abspielt, musste dieser Baum verjüngt werden. Und so wurde er hergestellt: der Stamm in Amerika aus Glaslaminat und auf Taiwan 250 Tausend Blätter. Studenten klebten dies dann ein paar Wochen lang zusammen … Es entstand so ein Baum für eine Million Dollar, der dann letztendlich nur ein paar Sekunden zu sehen ist.

Übrigens, Sir Peter Jackson wird in Neuseeland fast wie eine Ikone verehrt. Warum? Sicher nicht nur wegen dem Herrn der Ringe, der insgesamt 17 Oscars erhielt. Sondern auch deswegen, dass er an der Universität Wellington einen Lehrstuhl für Filmkunst einrichtete. Sicher machten ihn auch das von den Touristen belagerte Filmmuseum Weta Cave, ein renoviertes Kino und ein Restaurant bekannt. Wohl ein Cocktail von alldem zusammen. Am treffendsten sind aber wohl die Worte seiner Nachbarin. Als sie uns Geschichten über ihn erzählte, schien er einen Heiligenschein zu haben. Auf meine Frage, warum Sir Peter Jackson hier so beliebt ist, antwortete sie klar: „Er hat im Leben viel erreicht, trotzdem blieb er einer von uns.“ Dieser kultivierten Dame glaubt man gern.

Text Danuše Siering

6. 2. 2019

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