Matera — Kulturhauptstadt Europas 2019

Sie haben von dieser Stadt noch nie etwas gehört? Ich muss eingestehen, dass es bei mir vor Kurzem auch so war … und das kann ich eigentlich gar nicht verstehen: die drittälteste Stadt der Welt, Unesco-Welterbe, in der Basilika aus dem 11. Jahrhundert eine imposante Salvator-Dalí-Ausstellung. Und dazu ist Matera seit dem 19. Januar 2019 um 19h Kulturhauptstadt Europas 2019.

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Der Flug dauert nur zwei Stunden, dann ist man im Süden Italiens in Apulien. Nur selten war ich so angenehm überrascht, wie gerade beim Besuch dieser kleinen, in Felsen gebauten Stadt; so ungefähr stelle ich mir ein biblisches Bild vor. Aber der Reihe nach…

Zur ersten Besiedlung kam es hier bereits in der Jüngeren Steinzeit. In der Umgebung befinden sich die bedeutsamsten Aufenthaltsorte der Höhlenmenschen im Mittelmeerraum. Hier vermischen sich die griechische, langobardische und byzantinische Geschichte. Die Stadt war ab 1043 eine Königliche Stadt, die über Jahrhunderte hinweg Reiche und Arme anzog. Noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts lebten hier in den mehr als 3 300 Höhlen über 15 Tausend Menschen ohne Strom und fließendes Wasser. Nun ist diese steinerne Stadt mit 60 Tausend Einwohnern die Kulturhauptstadt Europas 2019. Hier erwarten die Besucher neben den Hotels und Restaurants an altehrwürdigen Plätzen auch unglaubliche Ausflüge in die Geschichte und außerdem sind auch Launen der Natur in der Umgebung zu bestaunen. Matera wird als zweites Betlehem bezeichnet; wohl auch aus diesem Grund wurden hier mehrere historische Filme gedreht; unter anderem Die Passion Christi von Gibson aus dem Jahr 2004 oder das Remake des berühmten Ben Hur aus dem Jahr 2015.

Tipy n&n:

– Vergessen Sie alles und streifen Sie durch die Gassen dieses Steinlabyrinths.

– Besichtigen Sie die Fels-Kirchen – es gibt sechzig davon.

– Halten Sie inne, atmen Sie durch und erkunden Sie Matera bei Nacht. Es erinnert an leuchtende Glühwürmchen.

— Gehen Sie in eines der Höhlenrestaurants gut italienisch essen.

Sie sollten unbedingt die Salvator-Dalí-Ausstellung besuchen. Es ist geradezu unglaublich, was sich alles hinter den Mauern der Basilika Madonna delle Virtù aus dem 11. Jahrhundert verbirgt. Fast Hundert Originale von Dalí, insbesondere Statuen, aber auch Illustrationen, Grafiken und Möbel. Darüber hinaus gibt es in der Stadt noch drei monumentale Werke: Space Elephant, The Surrealist Piano und Dance of Time. Kuratoren sind der Sammlungsinhaber Benjamino Levi, der weltweit größte Privatsammler des Werkes von Dalí und Marco Franchi, Präsident der Stiftung Dalí Universe. Es ist nahezu unglaublich, mit welchem Fingerspitzengfühl die Italiener Kunstschätze zu präsentieren vermögen. Der Kunstdirektor Roberto Pante wusste in Zusammenarbeit mit Patrizia Minardi mit filigraner Sicherheit ganz genau, wohin sie die Kleinode, die die Sammlung von Levi bietet, platzieren, wie sie sie beleuchten und präsentieren sollten. Sie hatten auch keine Angst Hologramme, virtuelle Realität, 3D-Projektionen oder Videomapping zu benutzen. Bei diesen ausgeklügelten Feinheiten sind die Italiener wirklich nicht zu übertreffen. Chapeau!!

Was sind nun meine Empfehlungen aufgrund dieser Reise? Matera sollte auf dem Reiseplan eines Jeden stehen, der sich für etwas Außergewöhnliches interessiert.

Text, Foto Danuše Siering

23. 1. 2019

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